105 Jahre Musikverein Concordia Konz

Es war am 1.1.1906, als der Musikverein Concordia Konz aus der Taufe gehoben wurde. Geburtsort war die Gaststätte Schmitt-Moritz in der Olkstraße 28.

Schon lange Zeit vorher war der Gedanke einer Vereinsgründung unter Konzer Musikern diskutiert worden. Schließlich fand am 13. Dezember 1905 die Gründungsversammlung statt. Am 13. Dezember 1905 versammelten sich abends in der Wirtschaft Schmitt-Moritz zu Konz eine Anzahl Musikfreunde mit der Absicht, hier am Orte einen Musikverein zu gründen. Tagesordnung war : Festsetzung der Statuten und Wahl des Vorstandes. Aus den erschienenen Mitgliedern wurden vorläufig folgende Satzungen festgestellt...

Die Satzung bestand aus 15 Paragrafen. Darunter so interessante Vorschriften wie :

§ 3 :         Jeder, welcher dem Musikverein als aktives Mitglied beizutreten wünscht, kann sich bei jedem Mitgliede melden und dann beim Dirigenten, um von diesem auf seine Anlagen geprüft zu werden.

§ 4 :         Die Mitglieder haben sich den Anordnungen des Dirigenten oder dessen Stellvertreter zu fügen.

18 aktive Musiker traten der neuen Blaskapelle bei. Die offizielle Gründung erfolgte am Neujahrstag 1906.

Erster Vereinsvorsitzender wurde Josef Müller. Erster Dirigent war der Musiklehrer Nikolaus Weiss aus Tawern.

Bereits drei Wochen später, am 24. Januar folgte der erste öffentliche Auftritt bei der Kaisergeburtstagsfeier des Kriegerbundes in Konz.

Ein Jahr später gab es wohl einen neuen Vorsitzenden. Jedenfalls ist im Archiv zu lesen, dass der Vorsitzende Josef Kessler mit dem Konzer Pastor Heinrich Schmitz in Verhandlungen getreten sei und die Concordia daraufhin am 30.5.1907 erstmals an der Fronleichnamsprozession in Konz teilgenommen hat. Herr Pastor seit 99 Jahren nimmt die Concordia regelmäßig an den Fronleichnamsprozessionen teil. Jetzt suchen Sie mal noch einen, der das von sich behaupten kann.

Zwei Jahre nach der Vereinsgründung wurden die ersten Uniformen angeschafft. Damals noch mit Mützen. 

Bei Ausbruch des Krieges 1914 zählte der Verein rund 150 Mitglieder. Erst 1924 lebte die Concordia wieder auf. Dirigent war Herr Kranz und Vorsitzender war Paul Wintrich.

Aber auch eigene Feste wusste die Concordia zu feiern. So das 25-jährige Stiftungsfest vom 16. – 18. Mai 1931.

Unter den Klängen der zahlreichen Musikvereine bewegte sich der imposante Festzug durch den festlich geschmückten Ort, schreibt die Zeitung. Es ging durch die Grana- Konstantin-Olk-Wiltinger-Straße wieder zurück in die Bahnhofstraße wo im Garten des Hotel Ries eine große Feier stattfand.

29 Vereine beteiligten sich am 25-jährigen Stiftungsfest. Ein Jahr später übernahm die Concordia das 7. Verbandsfest der Musikvereine im Regierungsbezirk Trier, wobei ein Musikwettbewerb im Saale Crames – der damaligen Beethovenhalle – ausgetragen wurde. Auch hier gab es einen Festumzug, an dem 37 Vereine teilnahmen.

Bedingt durch den 2. Weltkrieg kam das Vereinsleben fast zum Erliegen. Aber schon 1946 ging es weiter, wie dieses Foto belegt, das vor der Konzer Kirche aufgenommen wurde.

Weiter ging’s mit einem großen Ereignis für die Stadt Konz. Am 31.7.1949 wurde der Konzer Marktplatz eingeweiht und das Heimatfest gefeiert.

Bereits vor dem Krieg hatte sich das Streichorchester Konz-Karthaus gegründet. Nachdem das Orchester durch Ausfall einiger Musiker nicht mehr spielfähig war, erfolgte auf einer Versammlung am 14.4.1954 im Gasthaus Luy-Peters der Zusammenschluss beider Vereine unter dem Namen Musikvereinigung Concordia Konz-Karthaus 06.

Erster Vorsitzender der neuen Musikvereinigung wurde Matthias Jullien, der sein Amt bereits ein Jahr später an Herrn Josef Giesinger übergab.

Die frühen 50er Jahre kann man als einen Höhepunkt in der Vereinsgeschichte bezeichnen. Gemeinsam mit dem Dirigenten Jakob Pfeiffer und dem Ehrenvorsitzenden Paul Wintrich wurde ein Grundstock gelegt, von dem wir heute noch – 50 Jahre später - profitieren.

Bereits 1956 gab es eine 26-köpfige selbständige Jugendblaskapelle. Die in Rheinland-Pfalz einmalige Knabenkapelle der Musikvereinigung Concordia Konz gab auf Einladung des städtischen Musikvereins im Brunnenhof ein Konzert. Die Kapelle der 12 – 15-jährigen steht unter der Leitung von Jakob Pfeiffer, der sie ausbildet und jedem seiner Schüler instruktiven Unterricht erteilt.

Ein großes Ereignis war natürlich das 50-jährige Stiftungsfest an Pfingsten 1956 verbunden mit dem Kreismusikerverbandsfest. Vom 19. – 22. Mai wurde gefeiert. Es gab einen Commersabend mit dem Trierer Blasorchester, dem MV Nittel, MGV Merzlich-Karthaus und der Sängervereinigung Konz. Festgottesdienste, Frühschoppenkonzerte, Tanzveranstaltung und Kinderbelustigung. 207 Mitglieder waren damals in der Concordia. Dem Vorstand gehörte u.a. Werner Hullik an. 21 Musiker waren in der Blasabteilung. Die Streichabteilung hatte 19 Musiker und die Jugendblaskapelle bestand aus 26 Jugendlichen, darunter Wolfgang Bergmann und Günther Carl.

Auch in Konz tat sich in den 50ern einiges. So wurde der beschauliche Ort am Zusammenfluss von Saar und Mosel 1959 zur Stadt befördert. Es gab ein großes Fest auf dem Marktplatz mit Feuerwerk und großem Zapfenstreich der Concordia. Die Concordia war und ist immer zur Stelle, wenn es darum ging ein Fest mit Musik zu erfüllen. Dabei ging es dem Verein am Ende der 50er Jahre nicht so gut. 1959 trat der Vorsitzende Griesinger aufgrund von Querelen zurück. Es folgten Heinz Braß und Paul Hennen. In diese Zeit fällt auch die Auflösung des Streichorchesters.

Am 13.5.1961 begann eine sehr lange und sehr erfolgreiche Ära im Musikverein Concordia Konz mit Georg Bösen als Vorsitzendem.

Bereits Mitte der 60er Jahre konnte eine komplette Jugendgruppe unter dem Dirigenten Herrn Waschbüsch musizieren.

Ein besonderes Engagement galt in den folgenden Jahren den Städtepartnerschaften und den Partnerschaften mit den Musikvereinen der Konzer Partnerstädte. 1969 erfolgte der erste Besuch der Concordia in Brienon. Ein musikalisches Highlight war unser 70-jähriges Stiftungsfest. Am 5. und 6. Juni 1976 wurde in der Saar-Mosel-Halle gefeiert. Es gab eine Reihe von Gastvereinen

Und als Stargast trat der Trompeter vom Schwarzwald auf : Walter Scholz                                            

Die Erfolge der Jugendausbildung blieben durch das Engagement von Ferd Wecker, der 1974 den Dirigentenstab übernahm, nicht aus. Gemeinsam mit Gerhard Claes übte Ferd Wecker mit der Jugendkapelle und bereits am Heimatfest 1975 traten die Jugendlichen am Altennachmittag auf.

Im Februar 1977 übernahm Walter Herbertz den Concordia-Dirigentenstab. Allerdings war Ferdinand Wecker bis 11/2001 maßgeblich an der Ausbildung von Musikernachwuchs beteiligt.

Ende 1980 stand der nächste Dirigentenwechsel an. Werner Lang übernahm den Taktstock.

Am 1.10.1984 reihte sich Hans Kolditz in die nicht geringe Anzahl der Concordia-Dirigenten ein. Mit Hans Kolditz wurde auch wieder die Tradition der regelmäßigen Konzerte fortgeführt. Immer wieder begleitete die Concordia die Veranstaltungen der Stadt und der Pfarreien. Leider musste Hans Kolditz seine Dirigententätigkeit Ende 1988 aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. August Hausen erklärte sich bereit, die Jugendkappelle in einer Übergangszeit zu betreuen. Letztmalig dirigierte Hans Kolditz an der Weihnachtsfeier 1988 die Concordia, bevor er den Dirigentenstab an Herrn Krämer übergab. In der Mitgliederversammlung vom 7.4.1989 bezeichnet Vorsitzender Georg Bösen die Ära Kolditz als eine Sternstunde in der Vereinsgeschichte.

Georg Bösen war im September 1990 von seinem Amt zurückgetreten. Der 2. Vorsitzende Hans-Joachim Schalm führte die Geschäfte. In diese Zeit fällt auch ein erneuter Dirigentenwechsel. Heinz Rose übernahm die Concordia.

Auf der Mitgliederversammlung wurde eine neue Vereinssatzung beschlossen. Der MV Concordia Konz ließ sich nun als gemeinnütziger Verein in das Vereinsregister eintragen. Neuer Vorsitzender wurde Karl-Peter Jochem. Der neue Vorstand hatte gleich eine große Aufgabe zu bewältigen. Das 85-jährige Stiftungsfest sollte im Sommer gefeiert werden. Erstmals wurde ein solches Fest im Freien gefeiert. Nämlich vom 31.8. – 1.9.1991 in den Klosteranlagen. Für zwei Musiker gab es eine besondere Auszeichnung. Günther Carl hatte 24 Jahre die Vereinskasse geführt und wurde dafür geehrt. Und für seine fast 30-jährige Arbeit als Vorsitzender erhielt Georg Bösen vom damaligen Staatssekretär Jürgen Debus die Ehrennadel in Silber des Landes Rheinland-Pfalz.

Ab Januar 1992 dirigierte Hans Biebrach das Blasorchester. Zusammen mit Hans Biebrach wurde am 3.10.1992 die Tradition der Gemeinschaftskonzerte mit der Sängervereinigung Konz wieder belebt. Seither erfreuen sich diese Konzerte einer großen Beliebtheit beim Publikum und sind aus dem Veranstaltungskalender der Stadt nicht mehr wegzudenken.

Das Gemeinschaftskonzert 1998 stand unter der Leitung des Dirigenten Markus Benk.

Zum Veranstaltungskalender gehören auch die Herbstkonzerte hier im Kloster Karthaus, bei denen es auch immer wieder Überraschungen gab. So die Aufführung des Zettelmeyer-Marsches des Wasserliescher Komponisten Peter Lutz, der in einem Privatarchiv entdeckt und für die Concordia neu arrangiert wurde

In 2001 feierte der Musikverein sein 95-jähriges Stiftungsfest. Nach den guten Erfahrungen mit der Karthäuser Kirmes und anderen Festen auch im Klostergarten. Anlässlich dieses Festes wurde Georg Bösen mit der Verdinestmedaille des Landesmusikverbandes ausgezeichnet.

2001 wurde Stephan Schütz der neue Dirigent. Auch die letzten Jahre hatten es für den MV Concordia Konz wieder in sich, was Dirigentenwechsel und Vorstandswahlen anbetrifft. Letztendlich haben sich dann doch wieder Mitglieder bereit erklärt, im Vorstand zu arbeiten und somit den Fortbestand der Concordia unter dem Vorsitzenden Guido Wacht sicher zu stellen.

Zwischenzeitlich sprang Heribert Jonas wieder als Dirigent ein.

Markus Benk kehrte 2007 an das Dirigentenpult zurück.

Von August 2008 bis August 2011 leitete Katharina Müller als erste Vorsitzende die Concordia.

Von ihr übernahm Ende August 2011 Jutta Weyand die Leitung des Musikvereins. Im Februar gab es dann wieder einen Wechsel in der Führung des Musikvereins. Michael Andres wurde zum ersten Vorsitzenden gewählt. Ihm obliegt nun seitdem die Leitung Vereins.

Jemand hat mal gesagt „Kultur ist nicht nur Blasmusik“. Das ist richtig. Aber ohne Blasmusik und ohne die Vereine fehlt ein Stück Kultur. Ausstellungen, Konzerte, Sportveranstaltungen, blaue Tonnen und rote Räder – alles das macht den Stil, das Wesen einer Stadt aus. Wir alle müssen dazu beitragen, dass es auch in den nächsten 100 Jahren in Konz eine vielfältige Kultur und den Musikverein Concordia Konz gibt.